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Spitalpersonal trägt ökonomischen Druck


Weil wegen personellen Engpässen am Luzerner Kantonsspital eine halbe Station geschlossen ist, gibt es jetzt Aufwind für die Diskussion zur Änderung des Spitalgesetzes. Es wird ein Gesamtarbeitsvertrag gefordert.

«Es ist wie in der Physik: eine Kraft, die drückt, erzeugt gleich grossen Gegendruck. Wirtschaftlicher Druck macht sich auch im Spital irgendwo spürbar - meistens bei den Schwächsten.»

Bei der Arbeit an unserem Magazin "Gesundheitswesen" hörten wir immer wieder von Menschen, die im Spital arbeiten, dass sie grossem Druck ausgesetzt sind. Dieser Druck ergibt sich aus der schwierigen Situation, dass kantonale Spitäler sowohl die Pflicht haben, der Öffentlichkeit zu dienen, als auch wirtschaftlich effizient und finanziell möglichst selbständig sein müssen. Für das Personal heisst dies meistens: weniger Zeit für die medizinische Versorgung des Patienten. Denn immer mehr Zeit muss für Verwaltungsarbeit und Hoteldienstleistungen aufgewendet werden. Der ökonomische Druck erzeugt - wie in der Physik - einen Gegendruck, der sich im Stress des Personals äussert. In einem Gesamtarbeitsvertrag werden darum gemeinsam zwischen Arbeitgebenden und Angestellten Rahmenbedingungen festgelegt, die verhindern, dass jede einzelne Mitarbeitende allein für sich mit dem Druck umgehen muss.

Warum ist hier ein Gesamtarbeitsvertrag hilfreich? Ein Gesamtarbeitsvertrag ist Ausdruck von Sozialpartnerschaft. Darin zeigt sich, dass Personal wie Spitalleitungen sich des Drucks bewusst sind, der am Schluss immer auf jenen lastet, die mit den Patientinnen und Patienten zu tun haben. Er berücksichtigt die Zwänge des Systems, bezieht aber auch Sinn und Zweck der Arbeit (Berufsstolz) von Arbeitenden mit ein. So schützt er die Schwächsten im System und schafft gleichzeitig verlässliche Orientierungspunkte für jene, die in leitender Funktion sind, wie auch jene, die angestellt sind.

Der Gesamtarbeitsvertrag ist vor diesem Hintergrund auch Ausdruck dafür, dass im komplexen und komplizierten ökonomisch-medizinischen Gebiet menschenfreundliche Verhältnisse nur gemeinsam erreicht und gestaltet werden können.

 

 ethik22: Institut für Sozialethik

Ausstellungsstrasse 21 8005 Zürich

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